Freitag, 19. Juli 2013

[Rezension] Das Buch (Wolfgang & Heike Hohlbein)

Allgemeine Infos
Autor: Wolfgang & Heike Hohlbein
Verlag: Heyne
Erstmals erschienen: 2003 bei Ueberreuter
Preis: 9,95€ (TB)
Seitenanzahl: 880

Klappentext
Seit Jahrhunderten wachen die geheimnisvollen Hüterinnen über das Archiv, in dem das Leben der Menschen aufgezeichnet wird. Doch jetzt kommt es zur Katastrophe, da Unbekannte in das Bücherlabyrinth eindringen und die Vergangenheit umschreiben. Leonie, die junge Erbin einer Buchhandlung, erkennt, dass auch sie der uralten Gemeinschaft der Hüterinnen angehört und dazu ausersehen ist, die Wirklichkeit zu retten. Doch kann sie diesen fast aussichtslosen Kampf gewinnen?




Meine Meinung
Dieses Buch wollte ich nach lesen des Klappentextes und der ersten paar Seiten unbedingt haben. Mit den meisten Büchern der Hohlbeins habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht, und da die Geschichte sehr interessant klang, hatte ich hohe Erwartungen an "Das Buch". Und wurde bitter enttäuscht.

Die äußere Gestaltung ist in Ordnung. Das Cover-Bild wirkt geheimnisvoll und cool zu gleich, Format und Qualität der Seiten sind gut. Der Klappentext erscheint mir nach Lesen des Buches nun etwas fragwürdig, aber er erregt in jedem Fall Aufmerksamkeit.

Wolfgang und Heike Hohlbeins Schreibstil ist grundsätzlich in Ordnung, so auch in diesem Roman. Leider sind wie auch in vielen anderen ihrer Romane, die Charaktere alle sehr flach gestaltet.

Der Anfang der Geschichte ist wirklich gut. Hauptfigur Leonie besucht mit ihrer Großmutter eine Bibliothek, in der sie ein Praktikum machen will. Von da an geht alles drunter und drüber. Leonie erfährt von dem geheimen Archiv, in denen Bücher geschrieben und aufbewahrt werden, die die Schicksale der Menschen beinhalten. Schreibt man eines dieser Bücher um, kann die gesamte Realität verändert werden. Und genau das passiert auch, denn vom einen auf den anderen Tag findet sich Leonie in einer vollkommen anderen Wirklichkeit wieder, und das nicht nur einmal.
Zuerst bemerkt dies nur der Leser, denn Leonies Gabe, mit der sie solche Realitätsumschreibungen wahrnehmen kann, ist zu Beginn noch nicht aktiviert.
Das alles klingt schon mal spannend. Jedoch sind die Abläufe dieser Veränderungen grundsätzlich gleich. Es gibt zwar immer wieder Verfolgungsjagden oder Kämpfe, trotzdem ist die Handlung unheimlich zäh, es kommt nur selten wirklich Spannung.
Was mich nach einer Weile aber unheimlich genervt hat, war die Hauptfigur Leonie. Obwohl sie durch die Veränderungen der Realität teilweise unterschiedliche Charaktereigenschaften und grundsätzlich ein anderes Leben erhält, macht sie auf den fast 900 Seiten nicht auch nur die geringste Entwicklung durch. Obwohl ihr Vater die ganze Zeit Mist baut und sie und auch Andere im Laufe der Geschichte immer wieder wie ein Stück Dreck behandelt, sagt sie zu allem Ja und Amen und trägt mit ihrem ganzen Wesen noch mehr zur vorherrschenden Langeweile bei.

Aus einer interessanten Idee wurde hier eines der nervigsten Bücher, die in meinem Regal stehen. Ich war sehr enttäuscht, denn ich habe bisher fast nur gute Erfahrungen mit den Hohlbeins gemacht. Ich gebe "Das Buch" 1,5 Punkte, und das auch nur, weil der Schreibstil gut und die Idee, wie gesagt, grundsätzlich interessant klingt.




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