Mittwoch, 14. Mai 2014

[Mangarezension] Ikigami. Der Todesbote (Motoro Mase)

Allgemeine Infos
Autor: Motoro Mase
Verlag: Carlsen
Genre: Dystopie, Thriller
Erstmals erschienen: 2005 (JP), 2012 (D)
Originaltitel: Ikigami
Preis: 7,95€
Seitenanzahl: 224
Bislang sind 7/10 Bände auf Deutsch erschienen.

Klappentext
Sie haben noch 24 Stunden zu leben...
Um den Menschen den Wert des Lebens zu verdeutlichen und sie zu produktiven Bürgern zu formen, hat die japanische Regierung per Gesetz den "Nationalen Wohlfahrtsakt" erlassen: Bei Schuleintritt werden alle Kinder geimpft, in jeder 1000. Spritze befindet sich eine tödliche Nano-Kapsel, die ihr Opfer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren tötet. Das Verfahren ist rein zufällig - und steht der Todesbote mit dem Ikigami vor der Tür, gibt es kein Entkommen.


Meine Meinung
Äußere Gestaltung
Auf dem Cover jedes Bandes ist der Protagonist Fujimoto abgebildet. Die Bücher sind alle im selben dunklen Blau gehalten, und passen daher im Regal stehend sehr schön zueinander. Der Titel hat etwas von einem Stempel, wie auf einem der Ikigami-Formulare.
Insgesamt gefällt mir die äußere Gestaltung sehr gut.

Zeichenstil
Motoro Mases Stil ist einfach, und nicht zu überladen. Trotz dieser Einfachheit sind die Hintergründe so gut wie immer ausgestaltet; weiße Flächen oder nur angedeutete Gebäude/Landschaften gibt es nahezu gar nicht. Die Figuren sind äußerst realistisch dargestellt, was die Emotionen der Charaktere und somit die gesamte Handlung sehr gut rüberkommen lässt.

Inhalt
Normalerweise bin ich kein großer Fan von dystopischen Geschichten, da sie meistens nach dem gleichen Schema ablaufen (damit bin ich wahrscheinlich so ziemlich die einzige Buch-Bloggerin auf diesem Planeten...).
Mit "Ikigami" ist es anders. Die einzelnen Kurzgeschichten behandeln viele vom GFW, dem "Gesetz für Fortschritt und Wohlstand", beeinflusste Einzelschicksale, die größten Teils ein negatives, oder zumindest dem GFW kritisch gegenüber stehendes Ende haben. Mittendrin ist der Protagonist Fujimoto, der, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen aus anderen dytopischen Geschichten/Mangas/etc. für den Staat arbeitet.
Leser und Hauptfigur zusammen werden langsam an die positiven, aber natürlich auch die negativen Aspekte des Gesetzes herangeführt, welches hier repräsentativ für die gesamte Obrigkeit steht. Fujimoto merkt erst spät, dass das GFW womöglich mehr Schaden anrichtet, als es verhindert, was eine durchaus realistische Herangehensweise ist.
Selbstverständlich beginnt er nach einer Weile am positiven Einfluss des GFW zu zweifeln, und macht sich damit mehr Feinde als Freunde. Ob, und falls ja, wie genau er in den letzten Bänden gegen das Gesetz vorgehen wird ist jedoch noch unklar.
Zwar kann ich durchaus verstehen, dass Fujimoto selbst Angst vor den möglichen Konsequenzen hat, jedoch sollte man meinen, dass er nach sieben Bänden voller Zweifel endlich eine klare Meinung zum GFW hat.
Die einzelnen Geschichten variieren von der Qualität des Inhalts teilweise recht stark; die meisten gefallen mir zwar recht gut, es sind aber auch einige 'unnötige' Kapitel dabei, die zeitweise für Langeweile sorgen. Dazu kommt, dass der Protagonist selbst eigentlich immer im Hintergrund steht, was zu Beginn recht interessant war, mittlerweile aber ein wenig nervt.

"Ikigami" ist ein gelungener Manga, sowohl vom Inhalt, als auch von den Zeichnungen her. Ich bin äußerst gespannt auf die letzten Bände, und natürlich besonders darauf, ob Fujimoto am Ende klare Stellung bezieht.


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