Mittwoch, 27. August 2014

[Kurzrezension] Junky: The Definite Text of 'Junk' (William S. Burroughs)

Allgemeine Infos
Autor: William S. Burroughs
Verlag: Penguin Group
Erstmals erschienen: 1953 als "Junkie" (US)
Deutscher Titel: Junkie
Preis: £8.99 (TB)
Seitenanzahl: 212

Klappentext
Burroughs' first novel, a largely autobiographical account of the constant cycle of drug dependency, cures and relapses, remains the most unflinching, unsentimental account of addiction ever written. Through junk neighbourhoods in New York, New Orleans and Mexico City, through time spent kicking, time spent dealing and time rolling drunks for money, through junk sickness and a sanatorium, "Junky" is a field report (by a writer trained in anthropology at Harvard) from the American post-war drug underground. A cult classic, it has influenced generations of writers with its raw, sparse and unapologetic tone. This definitive edition painstakingly recreates the author's original text word for word.

Erster Satz
"I was born in 1914 in a solid, three-story, brick house in a large Midwest city."

Meine Meinung
Kennt ihr diese Bücher, die sich einfach nicht rezensieren lassen wollen? Dieses ist eines davon. Ich habe es trotzdem versucht, aber seid mir nicht böse, wenn diese Rezension ein wenig konfus wirkt.

"Junky" ist wie viele Werke der Beat Generation eine Quasi-Autobiographie. Viele Dinge hat der Autor selbst erlebt, andere Dinge wurden hinzuerfunden, teilweise wurden aber auch tatsächliche Erlebnisse Burroughs weggelassen.
Tatsache ist, dass der Autor aus Erfahrung spricht. Viele Drogen-/Anti-Drogen-Geschichten sind frei erfunden, und wirken daher wenig authentisch (wobei ich dies nicht vollständig beurteilen kann, da ich in diesem Bereich glücklicherweise keine eigenen Erfahrungen gesammelt habe) - "Junky" erzählt größtenteils die Wahrheit, was ich als Leser gleichsam schockierend wie auch interessant fand.
Der mehr-oder-weniger-Roman beschreibt William Lee's ersten Kontakt mit Junk (dieses Wort fasst hier nicht Drogen allgemein, sondern Opioide zusammen (von Morphium und Codein bis hin zu Heroin)) und die Hochzeiten seiner Sucht, erzählt vom Aufenthalt in der Entzugsklinik und Cold Turkey im Knast, sowie von seinen Reisen von New York nach New Orleans und Mexiko.

Sehr gut gefallen haben mir neben der Geschichte an sich übrigens das Vorwort und der Anhang. Dort findet man viele Informationen über Burroughs selbst, über die Schwierigkeiten bei den verschiedenen Veröffentlichungen von "Junky", allgemeine Erläuterungen zum Inhalt, und diverse Briefe/Texte von Autor, Freunden und Verlegern.

Für Fans des Autors oder der Beat Generation ist "Junky" besonders hinsichtlich der Entwicklung von Burroughs' Schreib- und Erzählstil interessant. Wer sich schon vorher ein wenig mit den Schriftstellern dieser Bewegung auseinander setzt, wird gelesene Dinge wieder erkennen, andere Erlebnisse und Personen vermissen.Für alle anderen gibt das Buch zumindest einen Einblick in die Drogenszene des letzten Jahrhunderts, und vielleicht findet der ein oder andere Leser trotz der problematischen Lebensgeschichte Burroughs Gefallen an seinen anderen Werken.


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